Erfahrungsberichte

Ann-Kathrin

Die Erfahrungen und Eindrücke, die ich während des FSJ sammeln durfte, haben mir bei der Berufswahl sehr geholfen. Mir wurde klar, dass ich weiter mit Menschen mit Behinderung arbeiten möchte. Ich habe mich dazu entschlossen, Soziale Arbeit zu studieren und habe das Gefühl, dass es die absolut richtige Entscheidung ist.

Lena Rutkowski

Physik, Mathematik und Sprachen.

Wenn mich heute jemand fragt, was ich in 12 Jahren Schule gelernt habe, dann beantworte ich diese Frage gern damit, dass man mir beigebracht hat Fantasie gegen Leistungen auszutauschen und Interesse gegen Druck. Verbindet man beides zu "Leistungsdruck", hat man mit einem Wort meine bisherige Schullaufbahn beschrieben.

Ich bin eine Optimistin und erinnere mich gern an schöne Zeiten. Als Kind habe ich mit Leidenschaft gebastelt, gemalt und die Welt durch die Augen eines Entdeckers gesehen. Die Entscheidung ein Freiwilliges Soziales Jahr zu absolvieren habe ich somit aus verschiedenen Gründen getroffen. Ich wollte mich und meine (sozialen) Stärken wiederentdecken. Ich wollte endlich Gefallen an dem finden, was ich tagtäglich mache. Ich wollte etwas erleben und nebenbei Klarheit über meinen zukünftigen Lebenslauf gewinnen. Soweit zu den Gründen, die mich aufgrund meiner Persönlichkeitsentwicklung dazu veranlasst haben. 

Außerdem ausschlaggebend für die Entscheidung mich an einer Grundschule zu bewerben war, dass ich vorhatte meinen Teil dazu beizutragen, dass das Interesse, die Fantasie und der Entdeckergeist der Kinder (zumindest solange sie noch Kinder sind) ein wichtiger Bestandteil in ihrem Leben bleibt. Wenn ich noch weiter ausführen müsste, weshalb die mir wichtigen Inhalte eines Kinderlebens zu kurz kommen, könnte ich hier noch auf den Medienkonsum, die Leistungsgesellschaft und das deutsche Bildungssystem verweisen, um Ihnen vor Augen zu führen, wie ernst die Lage ist. Allerdings würde das den Rahmen erheblich sprengen.Sie sehen also, es gab von meinem Standpunkt aus betrachtet eine Menge Gründe mich ein Jahr lang in eine Grundschule zu begeben und Erfahrungen zu sammeln.

Ich genoss die Zeit als FSJlerin in der Schule. Wie bei jeder Arbeit gab es natürlich Auf und Abs. Ich wurde schnell erschöpft oder angespannt an manchen Tagen, da mich die 39 Stunden-Woche sehr einnahm und ich mit meiner Arbeit für mich allein verantwortlich war. Außerdem brauchte es seine Zeit bis ich soweit angekommen war, dass ich selbstständig Angebote machen konnte. Die Selbstständigkeit hatte ich vom ersten Tag an, allerdings fehlten mir das Zutrauen und die Routine um wirklich eine Idee umzusetzen. Stück für Stück tastete ich mich an immer größere Aufgaben heran.

Ich begann mit dem Basteln kleiner Bücher, die bald das Interesse vieler Klassen und Erzieher weckten. Spätestens als ich für ein paar Wochen die Verantwortung einer Klasse übernahm, begann ich mit den Kindern größere Projekte, wie zum Beispiel mein „Graskopfprojekt“ in Angriff zu nehmen. Ich plante, kaufte ein, setzte in die Tat um und wertete aus. Die Angebote waren immer ein Erfolg. Sie bereiteten den Kindern viel Spaß und machten mich stolz. Wenn etwas mal nicht so lief wie geplant, konnten wir gemeinsam versuchen herauszufinden woran es lag und uns darauf einigen wieder etwas dazugelernt zu haben.Es war ein gutes Gefühl von den Kindern gebraucht und gefordert zu werden. Manchmal musste ich jedoch direkte Antworten auf bestimmte Fragen verwehren. Das klingt vielleicht ein wenig hart, aber ich möchte versuchen Ihnen das zu erklären: In dem Seminar „Theaterpädagogik“ wurde mir erstmals vor Augen geführt, dass auch ich, trotz meiner Abwehrhaltung, unbewusst auf Leistungen und Ergebnisse getrimmt bin. Viele Spiele und Aufgaben wurden uns erteilt und wir ertappten uns immer wieder dabei nicht den Spaß sondern den Sinn und das Ziel in den Vordergrund gestellt zu haben. Eine für mich bedeutende Erkenntnis, die ich gleich bei der Arbeit mit den Kindern nutzen wollte. Ich bemerkte, dass sie oft fragten, ob das so „gut/schön ist“ oder was das bringen soll. Folglich begann ich nicht auf diese Fragen zu antworten sondern anders zu reagieren. Ich erklärte ihnen, dass jeder ein anderes Verständnis von „gut“, „schlecht“ und „schön“ hat und dass das Ergebnis nicht immer wichtig ist, sondern auch die Zeit bis dahin. Es war sehr schön zu sehen, dass die Kinder irgendwann begriffen, was ich meinte und sichtlich entspannter wurden.

Ich lernte jedoch in diesem Jahr noch viel mehr. Ein wichtiger Bestandteil meiner Arbeit war auch mit den Kindern zusammen Regeln zu entwerfen und darauf zu achten, dass diese eingehalten werden. Dabei beobachtete ich viele verschiedene Herangehensweisen unter den Kollegen. Ich entwickelte nach einiger Zeit eine gewisse Gelassenheit im Umgang mit den Kindern, dadurch dass ich mich erst einmal in die Beobachter-Perspektive begab. Ich sah, dass sie viele Dinge auch gut von sich aus regeln konnten oder ein einfacher Blickkontakt mit mir schon Wunder wirken kann. Vielleicht ist das auch schon einer meiner besten Ratschläge, die ich geben kann: Situationen vollständig einzuordnen bevor man sich entscheidet zu handeln. Natürlich gab es Aussagen und Handgreiflichkeiten unter den Kindern, bei denen man sofort einschreiten musste. Allerdings handelte ich dann meist intuitiv und bin auch der Meinung, dass es für solche Momente keinen Leitfaden gibt an den man sich halten kann. Entweder man kann handeln oder man sucht sich schnell Hilfe und nichts von beiden ist in meinen Augen schlechter als das Andere.

Neben diesen Dingen legte ich auch Wert auf meinen Umgang mit den Eltern. Ich wusste, dass die Elternarbeit kein Bestandteil meines Aufgabenbereichs ist. Trotzdem war mir persönlich eine Sache sehr wichtig. Ich wollte immer versuchen Verständnis für die Anliegen aufzubringen und nie vergessen mal die Perspektive zu wechseln. Für die Erzieher sind die Kinder einer Klasse alle „gleichwertig“ und Extrawürste sind nicht an der Tagesordnung. Aber wer kann Eltern übel nehmen, dass sie sich manchmal genau das für ihr eigenes Kind wünschen? In meinen Augen ist das etwas ganz natürliches. Ich bin sehr froh, dass ich meinen Anforderungen an mich in diesem Punkt gerecht werden konnte.

Die letzten Worte möchte ich dem Arbeitsleben, meinen Kollegen und den Kindern widmen. Ich habe nicht damit gerechnet derart ernst genommen zu werden. Das fängt für mich schon bei Urlaubsanträgen, Anwesenheitslisten und Mitarbeitergesprächen an. Es wäre gelogen zu sagen, dass ich nicht überrascht und perplex war, als ich in die Arbeit eingeführt wurde. Ich konnte es aber nach einiger Zeit nachvollziehen und bin im Nachhinein sehr froh darüber, schließlich habe ich auch in dieser Hinsicht wertvolle Erfahrungen sammeln können.

Außerdem möchte ich mich bei allen Kollegen für die tolle Zeit bedanken. Ich möchte „Danke“ sagen, für jedes nette Wort, für jede Hilfe und für die gute Laune, mit der ich mich jedes Mal hab anstecken lassen. Ich bin wahnsinnig glücklich, dass ich in einem so lustigen und vielfältigen Team herzlich aufgenommen wurde. Die Zusammenarbeit hat mir jedes Mal große Freude bereitet und ich schätze jeden einzelnen meiner Kollegen sehr.

Nicht weniger bedanke ich mich bei den Kindern. Sie waren es, die mir die Zeit hier kunterbunt gezaubert und mich immer auf Trab gehalten haben. Ich wünsche mir für sie nur das Beste und, dass sie immer ein Stück ihrer Kindheit behalten.

Jetzt sind es nur noch wenige Wochen bis zu meinem Abschied und ich weiß jetzt schon, dass ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge gehen werde. 

mit freundlichen Grüßen
Lena Rutkowski

Marie-K. Zirschwitz

Mein FSJ fing am 02.09.2014 an. Der Tag fing auch gleich spannend an: Zusammen mit meinem Anleiter Herr Rinshofer sollte ich an der Wilhelm-Hauff-Grundschule Computerunterricht geben. Ich fand es mehr als aufregend, aber die Kinder waren sehr interessiert und offen. Es ging alles gut. Nach dem Unterricht bin ich mit meinem Anleiter zu unserem Büro gefahren, wo mir alles gezeigt wurde und sich alle vorgestellt haben. So vergingen dann einige Wochen mit Aufgaben wie Testcenter umräumen und die Datenbank barrierefrei kommunizieren! mit neuen unterstützenden Technologien bestücken, Computerunterricht geben und bei Beratungsgesprächen zuhören. 

Schon nach ein paar Wochen dann die große Aufgabe, den Erlebnisparcours bei einer Veranstaltung in der britischen Botschaft mit zu betreuen. Dabei können verschiedene unterstützende Computertechnologien von A wie Augensteuerung bis R wie Rollstuhlsimulator ausprobiert werden. So erhält man einen Einblick, welche Möglichkeiten Menschen mit Behinderungen haben, Computer zu bedienen. Ich habe während meines FSJs auch viele Anleitungen und Testberichte über unterstützende Technologien geschrieben, z. B. über eViacam (Kopfmaus), Go Ollie (Computerspiel), RollerMouse (ergonomische Maus) und Blindshell(ein Handy für blinde Menschen).

Im Oktober hatten wir FSJler dann auch unser erstes Einzelseminar in Berlin, wo wir uns alle besser kennenlernen konnten. Wir hatten auch mehrere Seminare in der Hochschule für angewandte Pädagogik, wo ich mehrmals verwirrt angeguckt wurde, vermutlich, weil ich noch so jung aussehe.

Ende Oktober begleitete ich dann Herrn Rinshofer zur ersten MEKO-Beiratssitzung, auf der die ganzen Medienkompetenzzentren aus Berlin vertreten waren. Ein paar Tage später war ich mit meiner Chefin, Susanne Böhmig, bei IBM. Am nächsten Tag war ich mit meinem Anleiter bei einer Halloween-Veranstaltung und wir durften Kindern echt wirkende Verletzungen schminken. Im November hatten wir dann unser erstes großes Einführungsseminar in Bremen. Dorthin kamen auch die FSJler aus Bonn und Köln. Wir waren eine große und lustige Runde. Ende Januar 2015 kam dann unser zweites FSJ-Einzelseminar – wir wurden immer mehr ein Team! 

Im Februar fand ein Inklusionsprojekt zum Thema Audiodeskription statt, das sind akustische Filmbeschreibungen für blinde Menschen. Dort konnte ich sehr viel lernen, was gut war, da ich später selbst mehrmals Audiodeskriptionen für eine neue barrierefreie Jugendplattform erstellen sollte. 

Ende Februar bis Anfang März hatten wir dann unser Zwischenseminar in Nordrhein-Westfalen, wo wir auch einen Ausflug nach Köln gemacht haben. Ich bin mit meinen Mädels den Kölner Dom hochgestiegen, was super witzig war. Kurz danach durfte ich ein Praktikum in der Intigrationskita Hand in Hand machen. Dazu ist auf der Internetseite von Käpt’n Browser ein Bericht zu lesen. 

Im April hatten wir wieder ein Einzelseminar mit vielen spannenden Themen. Im Juni fand das Abschlussseminar in Brandenburg statt. Wir waren direkt am See untergebracht, konnten baden gehen und erlebten eine schöne Woche. Im Juli hatte ich dann meine Projektwoche, auch dazu findet man auf der tjfbg Internetseite einen fertigen Bericht. Jetzt im August geht dieses wundervolle Jahr mit vielen spannenden und interessanten Eindrücken zu Ende. Am 28.08.2015 werden wir nochmal alle zusammen sitzen, grillen und uns über dieses Jahr unterhalten. 

Ich kann jedem empfehlen, der sich nicht sicher bei der Berufswahl ist oder nach der Schule nicht direkt eine Ausbildung findet, ein FSJ zu machen. Ich bin der tjfbg sehr dankbar für dieses kostbare Jahr. Ich hoffe man sieht sich wieder!

Justin

Kurz vor 6 Uhr hieß es Aufstehen. Ein bisschen früher nur als sonst, also OK.

6:45 Uhr wurde ich netterweise von meinen Großeltern abgeholt, die mich dann zum Flughafen brachten, an dem wir dann pünktlich am Schalter C38 um 7:30 Uhr ankamen. Josi hatte schon die Tickets geholt, sodass wir nur noch die Koffer abgeben mussten. Anschließend Check-In und schon waren wir Boarding-bereit um 8 Uhr, sprich viel zu früh. Flug verging recht schnell, teils holprig aufgrund der Wolken, aber immerhin gab es kein Gewitter. Landung um 14:01 Uhr geht auch klar. Erste Feststellung: Es ist nicht kalt und es kommt ein angenehmer Wind herein. Den nächsten Bus bis um 15 Uhr haben wir genommen und dann ging es flott nach Santa Cruz. Am Intercambiador, so wie man hier einen recht großen Bahnhof nennen würde, ist unser Halt gewesen. Lenas Gastmutter mit ihren beiden Töchtern war als erstes da.  Anschließend kam die nette Dame, die mich abholte. Und ja nett war sie wirklich, denn Josi sollte noch eine Station mit der Bahn fahren, weshalb Genoveva sie diese Station mit Auto brachte. Als wir Josi ablieferten, ging es für uns weiter in die kälteste Stadt Teneriffas, La Laguna. Man muss aber sagen, es ist immer noch wärmer als in Deutschland. Wir kamen in La Laguna an, stellten das Auto auf dem naheliegenden Parkplatz ab und liefen ca. 5 min bis zum Haus von Alejandro und Néstor. Genoveva ging dann und ich war alleine in einer mir fremden Wohnung. Ein komisches Gefühl! Gegen 19 Uhr kamen Alejandro und Néstor. Dann wurde erst einmal 45 Minuten geredet. Die normalen Dinge halt! Nur auf Englisch. Da ging mein Englisch noch, ab 20:30 Uhr entfielen mir einfach die Worte. Wahrscheinlich war ich nur müde. Passiert! Alejandro gibt mir viele Freiheiten, sagt auch selber, dass er einige Tage spät kommt. Néstor kommt auch nur zwei Tage in der Woche, Montag und Mittwoch und jedes zweite Wochenende.

 

Der erste Arbeitstag

An meinem ersten Arbeitstag auf Teneriffa wusste ich noch nicht so ganz, wo ich denn hin musste. Ich ging ins Sekretariat und wurde willkommen geheißen, und anschließend zur Kinderkrippe geschickt. Dort angekommen, traf ich auch auf Josi und Lena. Wir wurden von Elena, die sich um die Kinderkrippe und den Kindergarten kümmert, begrüßt. Wir sprachen kurz miteinander. Es ging auch um unsere aktuellen Einsatzstellen. Zum Abschluss sagte sie uns, dass eine Person in der Grundschule eingesetzt wird und zwei im Kindergarten. Sprich die beiden Mädels blieben zusammen im Kindergarten und ich durfte in die Grundschule. Sowie in Berlin auch. Wir besichtigten den, im Vergleich zur Schule, kleinen Kindergarten, und gingen dann zur Schule, ohne die beiden Mädels. Ich wurde dem Schulleiter übergeben und war zehn Minuten in seinem Unterricht. Er sollte mich dann nach der 1.Stunde an meine „Anleiterin“ weiterleiten. Da noch Vergleichsarbeiten geschrieben wurden, ging ich die 2.Stunde in die Klasse von Néstor. Die Bibliothekarin spielte mit Puppen und Stofftieren „Der Froschkönig“ vor. Nach der Stunde ging es dann zu meiner Ansprechpartnerin, Frau Hirth. Da sie die Klassenlehrerin der 3b ist, wusste ich, dass ich oft in der Klasse sein werde. Sie entwarf schnell einen Stundenplan für mich. Neben der 3b sollte ich auch öfters in der 3a sein.

Als ich in der Pause war, ging ich einfach mal durch die Schule und auch später außerhalb. Bei meiner Schultour sah ich den wunderschönen Sportplatz. Dann war noch eine Stunde und anschließend gab es Mittagessen

Nach dem Mittagessen ging es hoch zur Hausaufgabenbetreuung. Diese ging von 14 bis 15:30 Uhr. Dafür gibt es auch eine extra Lehrerin. Ab dem Punkt lernte ich, dass es nur Lehrer an der Schule gibt, keine Erzieher. Für Klasse 1 bis 4. Unterscheidet diese Schule, von dem was ich kenne. Danach nahm ich dann den Kleinbus in Richtung La Laguna. Mein Haltepunkt war als erstes. Somit war ich dann um 16:15 Uhr schon zuhause.

 

Die Einsatzstelle

Die Deutsche Schule Tenerife besteht aus der Kinderkrippe(KiKri), dem Kindergarten(KiGar), der Grundschule und der Oberschule. Die Grundschule geht auf Teneriffa nur von Klasse 1 bis 4 und nicht bis zur 6. Klasse wie in Berlin. Das Schulgebäude besteht dabei nur aus der Grundschule und der Oberschule. Es gibt 4 Schulhöfe, eine Bibliothek, eine Mensa, eine Cafeteria, eine Turnhalle und einen großen Sportplatz. Der Kindergarten sowie das Gebäude der Kinderkrippe grenzen an die Schule an.

Der Unterricht in der Grundschule begann um 8 Uhr und ging bis um 13:15 Uhr. Für die Kinder, die keine AG hatten, fuhren dann die ersten Schulbusse. Für die anderen gab es Mittagessen und anschließend ging es zur jeweiligen AG. Zu den Arbeitsgemeinschaften zählten zum Beispiel Fußball, Basketball, Schach, Tanzen, Badminton, Hausaufgabenbetreuung und noch viele weitere. Bei der Hausaufgabenbetreuung waren die meisten Kinder.

Die Schule lag recht außerhalb vom Geschehen in einer kleinen Stadt namens Tabaiba Alto. Wer nicht in dieser Stadt wohnte, konnte die Schule nur mit dem Auto erreichen. Oder man hatte, wie ich, die Möglichkeit den Schulbus nutzen zu dürfen. Dieser kam immer irgendwann zwischen 7:05 und 7:10 Uhr. Man wartete nicht wie bei der normalen Busfirma TITSA an einer richtigen Haltestelle. Es gab einen vereinbarten Wartepunkt. Und das war in diesem Fall ein Parkplatz nahe der Autobahn. Ungefähr ein 10-minütiger Fußweg für mich. Nachdem noch einige andere Schüler/innen abgeholt wurden, hielt der Bus dann ca. 7:50 Uhr direkt vor dem Eingang der Schule.

Der Rückweg ab 15:50 Uhr ging immer schneller, da die meisten Kinder schon zwei Stunden früher fuhren. Deshalb war ich dann immer schon 16:15 Uhr zuhause.

Meine beiden hauptsächlichen Klassen waren wie schon gesagt die 3a und die 3b. Im Unterricht konnte ich mich sehr gut einbringen. Dadurch dass die Schüler sehr viel in Arbeitsheften arbeiten, wurde meine Hilfe sehr oft gebraucht. Und das freute mich.

Außerdem wurde ich ab der zweiten Schulwoche als Vertretungslehrer gebraucht, weshalb ich auch auf über zehn offizielle Vertretungsstunden komme.

Wir durften jeden Tag das selbst gekochte Mittagessen zu uns nehmen. Es war eigentlich jeden Tag gut. Vor allem war die Auswahl groß. Man bekam eine Suppe, dazu ein Stück Brot, die Hauptspeise sowie Nachtisch. Ab der zweiten Woche änderte ich meinen Stundenplan so, dass ich jeden Tag mit Josi und Lena essen konnte, da sie eine feste Zeit hatten. Ich kam dann eine Viertelstunde später dazu.

Mein persönliches Highlight war die Hausaufgabenbetreuung. Am ersten und auch am letzten Schultag. Es ging von 14 Uhr bis 15:30 Uhr. Die Schüler bekamen sehr viele Hausaufgaben. Gegen eine Gebühr von ca. 55€ im Monat konnten die Eltern dann ihr Kind zur 90 Minuten langen Hausaufgabenbetreuung schicken. Man musste sein Kind nicht jeden Tag anmelden. Ein Tag in der Woche reichte aus. Das machte dann 5€ pro Tag. Wer mit seinen Hausaufgaben fertig war, hatte dann Freizeit.

 

Meine Gastfamilie

Ich wohnte bei Alejandro und seinem Sohn Néstor. Néstor’s Eltern sind geschieden, weshalb er nur zwei Tage in der Woche nach der Schule bei seinem Vater war, Montag und Mittwoch. Und zudem ist er nur jedes zweite Wochenende bei Alejandro. Zu der Zeit, als ich da war, war es sogar ausschließlich ein Wochenende. Die restlichen Tage ist er bei seiner Mutter. Ab und an ist auch die Hausfrau da. Immer an den Tagen, an denen Néstor da ist.

Alejandro arbeitet sehr viel, weshalb ich auch öfter alleine in der Wohnung war. Das sagte er mir aber auch schon vorher. Somit gab er mir viele Freiheiten. Er schrieb mir aber auch schon vor der Reise, dass ich mich wie sein Mitbewohner fühlen soll. Er kochte auch sehr oft das Essen für mich. Fast täglich. War mir sogar fast zu viel, weshalb ich ihm auch einige Tage sagte, für den nächsten Tag braucht er nichts für mich kochen.

Dafür übernahm ich dann aber auch öfter mal das Abspülen. Ich fand, das schuldete ich ihm irgendwie. Weiß auch nicht wieso J. Außerdem machte ich nach der Schule mit Néstor Hausaufgaben, an den Tagen, an denen er zuhause war. Und das machte ich dann auch gerne, da ich ja im Vornerein wusste, dass es nur zwei Tage in der Woche so sein wird. Und das war auch das, was ich im Endeffekt nur mit Néstor machte. Mich um die Schule kümmern. Aber vor allem im Fach Deutsch braucht er auch eine Person, die ihm hilft. Ansonsten passiert es oft, dass er die Aufgaben nicht machen will, teilweise aber auch nicht kann.

Spielen tat ich eigentlich nie mit Néstor. Das ließ ich seinem Vater mit ihm machen. Der geringen Zeit, in der sich Vater und Sohn sehen, wollte ich nicht im Weg stehen.

Mit meiner Gastfamilie hatte ich sehr viel Glück gehabt. Ich habe mich mit beiden sehr gut verstanden. Ich würde Alejandro auch als Gastvater für das nächste Jahr empfehlen, da man mit ihm keine Probleme hat, wenn man keine Probleme macht. Außerdem wünscht er sich eine erneute Person an Néstor’s Seite.

 

Aus- und Bewertung

Als ich im Februar bei der Seminarfahrt von dem Teneriffa-Projekt erfuhr, dachte ich mir: „Da kann man ja mal dran teilnehmen.“  Und damit begann dann die Arbeit. Unter der Woche auf Arbeit in Vorbereitungsstunden und am Wochenende zuhause. Und nach den beiden Bewerbungsgesprächen mit Vivian sowie mit Herr Hänsgen und Vivian war dann die Erleichterung groß. Die Woche darauf ging es dann auch schon los. Alles ein bisschen kurzfristig. Aber so schlimm war das auch nicht. Zumindest für mich nicht.

Sich vor der Fahrt schon einmal mit der Gastfamilie austauschen zu können, fand ich sehr gut. So konnte ich mich darauf einstellen, dass mein Englisch in den nächsten Wochen auf dem Prüfstand stand. Ich wusste, wie alt das Gastkind war und konnte dementsprechend überlegen, was ich als Gastgeschenk mitbringe.

 

Vor meinem Freiwilligen Jahr war es mein Ziel, später einmal Grundschullehrer zu werden. Und das eigentlich auch nur aus zwei völlig banalen Gründen. Zum einen, weil mir meine Grundschulzeit so viel Spaß machte. Und zum anderen, weil ich schon immer mit jüngeren Menschen sehr gut auskam. Also dachte ich mir, versuche ich mich doch für ein FSJ zu bewerben. Ich fand einen Träger sowie eine Einsatzstelle und war somit wieder in der Grundschule. Nun lernte ich die andere Seite kennen. Zwar nicht als Lehrer, aber als Erzieher. Das Jahr zeigte mir, Erzieher will ich nicht werden. Ich versuche mich lieber als Grundschullehrer. Das liegt mir eher. Und bei Schulaufgaben zu helfen, zu mehr kam ich noch nicht, macht mir auch mehr Spaß.

Die vier Wochen bestätigten dieses Gefühl. Vor allem, dass ich als Vertretungslehrer aushelfen konnte. War zwar vorher weder von mir geplant, noch von der Schule. Aber es fehlten öfter mal Lehrer und das bedeutete dann für mich das ich ran musste. Oder auch ran durfte. Denn nun durfte ich auch mal alleine vor einer Klasse stehen und den Unterricht durchführen. Nach vorgegeben Aufgaben, selbstverständlich. Trotzdem war es für mich ein super Gefühl und half mir noch einmal extrem weiter. Ich glaube nicht, dass ich auf jemandem zugegangen wäre und gefragt hätte, ob ich mal eine Unterrichtsstunde leiten darf. Somit bot sich das perfekt an. Wäre mir die Klasse aus dem Ruder gelaufen, dann wäre natürlich im Nachbarraum jemand gewesen, der mir schnell geholfen hätte. Aber das kam nicht vor. Und natürlich lief es nicht immer grandios. Ich analysierte dann anschließend, was kann ich das nächste Mal in der Klasse besser machen. Und wie der Zufall es will, bekam ich dann diese Chance wenige Tage später und es lief besser.

Deshalb noch einmal, man kann es nicht oft genug sagen, recht herzlichen Dank dafür, dass ich ein Teil dieses Projekts war. Es hat mir unheimlich viel Spaß gemacht. Ich habe sehr nette Leute kennengelernt und war vermutlich eine gute Hilfe, sagte man mir zumindest J. Wahrscheinlich werde ich auch später noch einmal versuchen, in der Schule arbeiten zu können. Mal schauen, man weiß ja nie was noch passieren wird.

Abschließend kann man auch noch sagen, mit Josi und Lena wurden mir zwei sehr passende Kolleginnen zur Seite gestellt.

Danke für Alles!

Euer Justin

Lena Sophie Stein

Erfahrungsbericht - Auslandspraktikum - Deutsche Schule Teneriffa

Von der Zeit, dem Praktikum in der Deutschen Schule auf Teneriffa erwartete ich mir Neues. Neue Erfahrungen in der Arbeit mit Kindern. Neue Einblicke in die pädagogische Arbeit. Neue Herausforderungen auch auf persönlicher Ebene. Auch den Vergleich des spanischen Bildungssystems mit dem unseren. Dennoch hoffe ich, bereits Erlerntes in der Arbeit mit Kindern in Deutschland, dort mit einzubringen.

Dies ist eine großartige Möglichkeit mein sozialpädagogisches Wissen zu festigen und zu erweitern. Und mich für meinen weiteren Lebensweg zu stärken.

2. Ankunft/ Erste Orientierung

Direkt die erste Herausforderung wartete am Flughafen auf uns. Da wir mitten am Tag landeten, hatten unsere Gastfamilien keine Zeit uns abzuholen, so dass wir selbstständig mit dem Bus nach Santa Cruz de Tenerife fahren mussten. Die Schule hatte uns vorweg schon mitgeteilt mit welchem wir fahren müssen. Doch den Busfahrplan korrekt zu lesen, da steht immer nur die Abfahrtszeit der Abfahrtshaltestelle und die Ankunftszeit an der Endhaltestelle, und dann im Bus beim Busfahrer die Tickets kaufen. Die Busfahrer sprechen alle kein Englisch, aber mit der Zeit haben wir dann herausgefunden, dass es reicht, wenn man ihnen die Haltestelle nennt, zu der man will. Die nächste Hürde war die, dass im Bus die Haltestellen weder angezeigt, noch angesagt wurden. Schlussendlich haben wir festgestellt, dass wir bis zur Endhaltestelle müssen.

Dort angekommen wurde ich von meiner Gastmutter, der jüngeren Tochter Martina (4 Jahre alt) und der Nichte abgeholt. Die Gastmutter sprach nur sehr gebrochen Englisch, die Tochter sprach, wenn dann nur eins, zwei Wörter deutsch. Dafür sprach aber die Nichte (7. Klasse) sehr gut deutsch.

Wir fuhren zum Haus der Familie, in Tabaiba Alta, in der Nähe der Schule, auf einem Berg. Dort angekommen zeigte mir die Gastmutter das Haus, so wie mein Zimmer. Das Zimmer gehört der älteren Tochter (4. Klasse), welche nur jede zweite Woche in dem Haus ist, da sie die andere Woche bei ihrer Mutter ist. Im Anschluss meinte die Mutter dann, dass sie jetzt nochmal weg müsse, die Kleine mit ihrer Cousine hier bleibt, und ich erstmal in Ruhe meinen Koffer auspacken kann.

Martina ist ein sehr ruhiges Kind, und auch eher schüchtern. Ich spiele mit ihr Lego, allerdings wird hierbei kaum ein Wort gesprochen. Ich versuche ein paar Mal, ein Gespräch anzufangen, allerdings geht sie nicht darauf ein. Was ich auch ein wenig verstehen kann, denn sie kennt mich ja erst seit ein paar Stunden.

Gegen Abend, als die Mutter wieder da war und die Nichte nach Hause gegangen ist, fahren wir zu dritt in einen in der Nähe gelegenen Park, wo Martina lnliner fährt. Auf dem Hinweg zeigen sie mir noch die Schule und wo die ältere Tochter wohnt. Hinterher verzieht sich Martina hinter ihr Tablet, also gehe ich in mein Zimmer und lese. Kurze Zeit später lerne ich die ältere Tochter kennen, Adriana. Sie spricht nur sehr gebrochen deutsch. (Dies wird das einzige Mal sein, dass ich sie gesehen habe.)

Später am Abend (so gegen 9), kommt der Vater nach Hause. Und wir essen gemeinsam Abendbrot.  Er  spricht  auch  Englisch,  nicht  fließend,  aber  wir können  miteinander kommunizieren. Mit der Mutter sprech ich ab, dass sie mich morgen (also am Dienstag) mit zum Kindergarten nimmt. Die anderen Tage aber, da ich immer schon um acht da sein muss (wie ich glaube) und Martina da immer noch schläft, Adrianas Mutter mich mit nimmt, da diese auch um acht in der Schule sein muss.

Hinterher gehe ich sofort ins Bett, da es für mich ein sehr langer Tag war.

Am nächsten Morgen frühstücke ich allein. Der Vater ist schon weg, die Mutter isst nichts und für Martina ist es noch zu früh und sie frühstückt im Kindergarten. Und da ich nicht weiß, ob ich in der Schule etwas zu essen bekomme, macht mir meine Gastmutter ein belegtes Brot. Außerdem erklärt sie mir, dass Martina am Nachmittag Tanztraining in Santa Cruz hat und da ich nicht weiß, wie lange ich arbeite, gibt sie mir einen Schlüssel mit.

2.2. In der Einsatzstelle 

Um acht im Kindergarten angekommen gehen wir zu dritt zu der Leiterin des Kindergarten und der Kinderkrippe, Elena Erlenbusch. Sie begrüßt uns freundlich, erkundigt sich nach unserer Reise und unserer Ankunft in den Gastfamilien. Anschließend führt sie uns durch den Kindergarten, zeigt uns die Grundschule, so wie das Sekretariat. Danach geht Justin in die Schule und Josi und ich werden zwei verschiedenen Gruppen zu geteilt.

Die Erzieherinnen sind ständig Praktikanten gewöhnt und da ich in Berlin ja auch in einer Kindertagestätte arbeite, war eine große Einweisung gar nicht notwendig.

Mit meiner Gruppenerzieherin, Beatriz habe ich mich sehr gut verstanden. Und immer wenn ich irgendwelche Fragen oder Probleme hatte, konnte ich mich damit an sie wenden.

3.Einsatzbereich

3.1. Die Gruppe

In meiner Gruppe waren 21 Kinder und eine Deutsch Muttersprachlerin als Erzieherin, welche aber auch sehr gute Spanisch spricht, was da auch notwendig ist, weil viele der Eltern kein Deutsch sprechen oder verstehen und mit Englisch kommt man da auch nicht sehr weit, wie ich feststellen musste.

Die Kinder waren zwischen 3 und 6 Jahre alt. Sie waren teilweise Deutsche, deren Eltern ausgewandert sind, Spanier, deren Eltern von gut bis überhaupt kein Deutsch sprechen, beziehungsweise verstehen oder Kinder, von denen ein Elternteil deutsch und eins spanisch ist.

Aufgrund dessen und aufgrund ihres Alters waren die Kinder nochmal unterteilt in K1, K2 und K3. K1= Kinder, die seit einem Jahr Deutsch lernen. K2= Kinder, die seit 2 Jahren Deutsch lernen. K3= Kinder, die seit 3 Jahren, oder länger Deutsch lernen.

Und in diesen Konstellationen machte Beatriz die Angebote (Basteln, Zahlenübungen, Farbspiele, usw.) und gingen die Kinder in den Unterricht. KI noch gar nicht. K2 hatte 30 min Deutschunterricht jeden Tag. K3 hatte jeden Tag 30 min Deutschunterricht und dann 30 min Spanischalphabetisierung.

Alles in allem konnte ich mich sehr gut mit den Kindern verständigen. Allerdings immer wenn sie etwas aufgeregt hat, fingen sie an auch Spanisch auf mich einzureden. Also habe ich sie erstmal beruhigt und dann gesagt, dass sie mir, das Problem noch mal bitte auf Deutsch erklären möchten. Aber oft hat es ihnen schon gereicht, dass ich sie beruhigt habe. Und wenn nicht und sie Schwierigkeiten hatte, es mir auf Deutsch zu erklären, kamen die Älteren und haben bei der Übersetzung geholfen.

3.2 Der Tagesablauf 

Der Kindergarten öffnet um 7:30 Uhr. Alle Kinder spielen zusammen in der Turnhalle, bis um 7:45 Uhr alle Gruppenerzieherinnen eintreffen und alle Kinder in ihre Gruppen gehen. Dort gehen die Kinder dann ins freie Spiel, während die restlichen Kinder bis 8:30 Ihr eintreffen.

Dann gibt es ein Angebot für die K3 Kinder, wie zum Beispiel Muittertagsgeschenke basteln, Zahlen- und Schreibübungen, so wie thematische Arbeit zum Dia del Canaria (Kanarischer Nationalfeiertag) und vieles mehr.

Um 9:00 Uhr frühstücken die Kinder zusammen.

Anschließend gehen alle K3 und K2 Kinder in ihren separaten Deutschunterricht. Währenddessen macht Beatriz ein Angebot für die K1 Kinder, wie Muttertagsgeschenke basteln, Vokabeln lernen, malen und vieles mehr.

Nach einer halben Stunde gehen die K3 Kinder in die Spanischalphabetisierung und die K2  Kinder  kommen  wieder  in  den  Gruppenraum,  wo  sie  ein  separates  Angebot bekommen, wie Muttertagsgeschenke basteln, Farben- und Zahlenaufgaben, Thematische Arbeit zum Dia de Canarias (Kanarischer Nationalfeiertag) und vieles mehr. Nach der halben Stunde Spanischalphabetisierung kommen die K3 Kinder zurück.

Anschließend um 10:30 Uhr gehen die Kinder der blauen Gruppe alle für eine Stunde in den Garten zum freien Spiel.

Gegen 11:30 Uhr kommen alle wieder in den Gruppenraum für den Stuhlkreis. Hierbei singen die Kinder zusammen Lieder und sprechen über das aktuelle Thema, mit Speilen, Geschichten und tanzen.

Danach geht es wieder ins freie Spiel.

Um 1 Uhr werden die Kinder in Mittagessenskinder, Butterbrotkinder und Abholkinder eingeteilt. Die Mittagessenskinder gehen in die Schulmensa und essen dort gemeinsam mit den Kindern aus den anderen Gruppen. Die Butterbrotkinder haben von zu Hause ihr Mittagessen mitgebracht, entweder Butterbrote oder Essen zum Aufwärmen. Diese Kinder gehen dann in die Kinderkrippe, dort ist ein großer Raum, wo alle Kinder gemeinsam essen.

Alle Kinder, die abgeholt werden, spielen gemeinsam auf dem Hof, wo die Eltern eine Stunde Zeit haben, ihre Kinder abzuholen.

Gegen kurz vor 2 Uhr kommen die Essenskinder zurück in den Garten, zum freiem Spiel. Bis dahin sind die Kinder aus der ersten Abholphase alle abgeholt.

Kurz nach 2 Uhr werden die Kinder in ihre Arbeitsgemeinschaften aufgeteilt, zum Beispiel

Fußball, Mini-Tennis, Schach oder Deutschnachhilfe. Die restlichen Kinder (bis zu 30 Kinder) spielen bis um 3 im Garten. Dann räumen die Kinder auf und setzten sich gemeinsam in einen Kreis. Dort singen sie gemeinsam oder spielen noch ein paar Kreisspiele. Dann beginnt die zweite Abholphase, von 15:15 bis 15:30 Uhr.

Weiterhin haben wir in unserer Gruppe jeden Donnerstag Sport gemacht. 

3.3. Meine Aufgaben

Meine Aufgaben waren es, die Kinder mit zu beaufsichtigen im freien Spiel und während der Angebote. Weiterhin habe ich mich mit den Kinder beschäftigt, mit ihnen gespielt und ihnen beim Bauen und basteln geholfen.

Ebenfalls habe ich Beatriz, unserer Gruppenerzieherin bei den verschiedenen Angeboten für die Kinder unterstützt.

Das Hauptaugenmerk war hierbei auch, dass ich mit den Kindern deutsch sprechen soll, damit sie ihre Deutschkenntnisse verbessern können.

Des Weiteren haben die Praktikanten im Kindergarten die Aufgabe der Nachmittagsbetreuung. Hierbei beaufsichtigen wir die Kinder beim freien Spiel, bis sie von ihren Eltern abgeholt werden.

4.Meine Gastfamilien

4.1. Probleme mit der ersten Gastfamilie 

Die Probleme mit meiner ersten Gastfamilie, kann ich leider nicht genau sagen, da sie es mir nicht selber mitgeteilt haben. Das lief alles über die Leiterin des Kindergartens, Elena Erlenbusch. Diese teilte mir am Montag, den 4.Juli mit, dass die Familie Mendez nicht mehr möchte, dass ich zu ihnen nach Hause komme. Als Begründung bei Frau Erlenbusch gaben sie an, dass ich mich von der Familie fern halten würde, nicht mit ihnen zusammen esse würde oder mich abends mal zu ihnen gesetzt habe.

Ich denke aber, dass es darum ging, dass ich mich nicht die ganze Zeit mit ihrer Tochter beschäftigt habe.

Denn am zweiten Abend teilte mir der Gastvater mit, dass die Schule ihm versprochen hätte, dass ich mit seinen Töchtern Deutsch lernen würde. Ich erklärte ich daraufhin, dass uns das nicht mitgeteilt wurde, aber ich es gerne machen werde. Und gleich den nächsten Tag vorgeschlagen, dies wurde aber abgelehnt, weil Martina da mit einer Freundin verabredet war. Also habe ich an diesem Nachmittag etwas mit Josi und Justin unternommen. Aber am Abend gleich den nächsten Nachmittag (den Donnerstag) zum gemeinsamen Spielen und Lernen vorgeschlagen und auch mit der Mutter abgesprochen.

Als ich dann nach der Arbeit nach Hause kam, war niemand zu Hause. Es lag nur ein Zettel auf dem Tisch, dass Martina bei einer Freundin ist und erst um halb 5 nach Hause kommt. Nachdem sie dann gegen 7 Uhr zu Hause war, wollte ich ihr erst etwas Zeit zum Essen und ausruhen lassen. Und als ich sie dann später fragte, ob sie etwas spielen wolle, meinte sie Nein und spielte dann mit ihrem Tablet. Und da ich sie nicht zu etwas zwingen wollte, lies ich es darauf beruhen.

Die Gastmutter teilte mir dann noch mit, dass Martina von Freitag bis Sonntag bei ihren Großeltern ist, da die Mutter diese Zeit, der Arbeit wegen nicht zu Hause sein wird.

Also blieb am Wochenende auch keine Zeit für das Deutsch lernen. So dass ich mich mit Josi und Justin verabredet hatte.

Und zu dem nicht gemeinsam essen, kann ich nur sagen, dass ich es nicht gewohnt bin so spät zu essen. Des Weiteren hatte die Familie auch keine geregelten Essenszeiten. Und die Mutter zu mir auch meinte, wenn ich Hunger habe, solle ich mir einfache etwas nehmen.

Und zudem, dass ich mich abends nicht zur Familie gesetzt habe: Die Familie lag den ganzen Abend auf dem Sofa und hat ferngesehen. Da mein Spanisch leider nicht so gut ist, war ich dann abends in meinem Zimmer und habe mein Reisetagebuch geschrieben oder gelesen.

Auf Anraten der Schulleiterin Frau Rösch habe ich der Familie dann och mal eine Mail geschrieben um ihnen meine Sicht der Dinge zu erläutern, kam dann nur ganz lapidar zurück: Do not worry about it.

Weiterhin haben sie keinen Versuch unternommen, noch einmal persönlich mit mir darüber zu reden. Denn als ich an dem Montag zu ihnen nach Hause ging um meine Sachen zu packen, war niemand da.

Aber auch im Kindergarten haben sie mich immer gemieden.

4.2.Wechsel in die zweite Gastfamilie

Daraufhin kam ich in eine zweite Gastfamilie, mit zwei Mädchen: Paula (7Jahre alt, erste Klasse) und Martha (2Jahre alt). Mit dieser hatte ich im Vorhinein geklärt, was genau sie von mir erwarten. Und zwar, dass ich mich nach der Schule noch 2 Stunden mit den Mädchen beschäftige und mit Paula die deutschen Hausaufgaben mache, von Montag bis Donnerstag. Dafür habe ich dann den Freitag, den Samstag und den Sonntag frei.

In der Familie klappte es wesentlich besser, was vielleicht auch daran lag, dass die Familie schon mehrfach solche Gäste, auch über einen längeren Zeitraum hatten. Des Weiteren waren auch die beiden Eltern wesentlich freundlicher und offener. 

5.Erfahrungen

In der Zeit auf Teneriffa habe ich leider eher weniger vom spanischen Bildungssystem erlebt. Bis auf diesen riesigen Unterschied, dass dort ein solcher Kindergarten eigentlich nur eine Art „Aufbewahrungsstelle“ für die Kinder ist. Deshalb ist der Betreuungsschlüssel auch bloß 1:21, da ja die Kinder eigentlich nur beaufsichtigt werden. Was ich allerdings sehr schade finde, weil in diesen jungen Jahren, die Kinder auch schon einiges lernen können. Vor allem auch schon für die spätere Schulzeit. So werden sie einfach unvorbereitet in das Schulleben hineingeschmissen.

Da dies aber eine deutsche Schule ist, und die Kinder dort nach dem deutschen Bildungssystem betreut werden, bekommen die Kinder auch Angebote von den Erzieherinnen. Was allerdings mit einem solchen Betreuungsschlüssel ziemlich schwierig ist. Weshalb die Erzieherinnen auch erheblich auf ihre Praktikanten angewiesen sind. Deshalb haben die Praktikanten auch wesentlich mehr Verantwortung als in Deutschland.

Wo   diese   ja   eigentlich   nicht   mit   den   Kindern   alleine   sein   dürfen,   aus Versicherungstechnischen Gründen, da wir ja noch nicht ausgebildet sind.

Des Weiteren fand ich es sehr spannend wie aufnahmefähig Kinder in diesem Alter schon sind, in dem sie zweisprachig aufwachsen. Und auch gewillt sind, diese zweite fremde Sprache zu lernen, auch wenn ihre eigenen Eltern diese Sprache weder verstehen noch sprechen können.

In unserer Freizeit, am Wochenende haben wir zu dritt viel erlebt und uns so ziemlich die ganze Insel angeschaut. Es war prima, dass ich so viel Neues gesehen habe und wir die Zeit auch wirklich gut genutzt haben. Ich fand es toll, dass wir uns, trotz dem dass wir uns nicht wirklich kannten, so eine tolle Zeit miteinander verlebt haben. 

6.Fazit 

Es war eine großartige Chance für mich, welche ich jeder Zeit wieder ergreifen würde und die ich auch jedem weiter empfehlen würde.

Ich habe viel gelernt. Nicht nur für die pädagogische Arbeit, sondern auch über mich selbst und für meinen weiteren Lebensweg.

Es hat mich gefreut, dass ich mein bereits während meines Freiwilligen Sozialen Jahre Erlerntes in diesem Praktikum anwenden konnte und somit Beatriz, meine Gruppenerzieherin positiv unterstützen konnte. So wie aber auch neues zu lernen, neue Herangehensweisen an die Arbeit mit Kindern und die neuen Erfahrungen in meiner Einsatzstelle in Berlin anwenden kann.

Diese 5 Wochen haben mir unglaublichen Spaß gemacht, trotz der paar Probleme, die dort aufgetreten sind. Es waren neue Herausforderungen, die ich zu überwinden lernen musste. Und die ich gerne überwunden habe, damit mit diese Zeit mir gut in Erinnerung bleiben wird.

Ich möchte mich gar nicht groß beschweren, da die eine unglaubliche Möglichkeit für mich war und ich auch unendlich dankbar dafür bin, dass ich genommen wurde.

Dennoch folgen jetzt ein paar Anmerkungen, die man nächstes Jahr vielleicht besser machen könnte.

7.Evaluation 

Mir  ist  bewusst,  dass  die  ein  Pilotprojekt  war,  dennoch  hätte  man  ein  paar Schwierigkeiten durch vorherige Absprache vermeiden können.

Einerseits die Sache, dass die Schule den Gasteltern versprochen hat, dass wir uns nach 8 Stunden Arbeit (und die Arbeit mit Kindern, besonders in einer für uns nicht gewohnten Hitze, kann anstrengend sein) noch mit unseren Gastkindern beschäftigen und Hausaufgaben machen.

Das ist eigentlich nicht so ein Problem. Das Problem ist, dass wir nichts davon wussten. Und manche sich dann zweimal überlegen, ob sie das machen wollen.

Des Weitern finde ich es schade, dass die Busfahrtkosten von der Schule zurück zum Flughafen nicht übernommen wurden, obwohl uns dies so mitgeteilt wurde. Und eventuell sollten die Gasteltern sorgfältiger ausgewählt werden.

Lara W.

In meinem FSJ habe ich viel Neues gelernt, ich bin mehr aus mir herausgekommen und habe mich persönlich in's Positive verändert. Es hat viel Spaß gemacht.

Das FSJ hat mich bestätigt, dass ich auf jeden Fall mit Kindern arbeiten möchte.

Bei der tjfbg wurde ich ernst genommen, wenn ich Probleme hatte und konnte Gespräche auf Augenhöhe führen. Meine Koordinatoren waren immer erreichbar und es konnten alle Dinge angesprochen werden.

Die FSJ-Seminare waren hilfreich, lustig und interessant.

Florian F.

Mein FSJ war für mich hilfreich, lehrreich und erfolgreich - also das Gegenteil von Zeitverschwendung.

Durch das FSJ habe ich eine große Bestätigung für meinen Berufswunsch erhalten.

Bei der tjfbg finde ich volle Unterstützung und Akzeptanz.

In meiner FSJ-Gruppe bin ich unter Gleichgesinnten und habe andere Freiwillige, mit denen ich mich austauschen kann. Ich habe dort auch einige Freunde gefunden und es macht einfach Spaß. Ich weiß, dass meine Koordinatoren von der tjfbg mich unterstützen und für mich da sind - das gibt mir riesigen Aufwind.

Georgina R.

Hi, mein Name ist Georgina und ich mache seit dem 2.9.13 mein FSJ an der Allegro-Grundschule in Berlin Mitte, wo ich bis zum 29.8.14 bleiben werde. Die Allegro-Grundschule ist eine musikbetonte Schule, an der die Kinder viele verschiedene Instrumente erlernen können, wie zum Beispiel Geige, Cello oder Querflöte. Auf die Musik und auch auf das Lesen wird sehr viel wert gelegt und es gibt regelmäßig spannende Angebote oder Projekttage zum Thema Lesen und Musik. So gab es neulich erst 2 Projekttage in den Winterferien, bei denen die Kinder ihr eigenes Buch gestalten konnten. Ich betreue zur Zeit zwei Klassen, die 5a und die 4c. Bei der 5a helfe ich den Kindern vormittags im Unterricht und bei der 4c kümmere ich mich um die Nachmittags- und Hausaufgabenbetreuung. Auch bin ich dienstags und donnerstags in der Schulmediothek eingeteilt, in der es viele Bücher für die Kinder gibt, die sie sich ausleihen oder in der Pause im gemütlichen Lesebereich lesen können. Da ich sehr an Kunst interessiert bin setze ich mich nachmittags gerne mit den Kindern zusammen und zeichne mit ihnen, und gebe ihnen Tipps und Tricks. Außerdem bin ich freitags in der Freispiel AG, in welcher ich mit den Kindern unter anderem Brettspiele spiele oder mit ihnen Zeichne. Ich habe sehr viel Spaß am FSJ. Es hat mir gezeigt, dass der Beruf der Erzieher/in sehr spannend und vielseitig ist, und man jeden Tag etwas Neues erlebt. Ich beschäftige mich super gerne mit den Kindern und meine Kollegen sind alle sehr aufgeschlossen und freundlich. Mittlerweile fühle ich mich dem Team zugehörig und kann mir sehr gut vorstellen, weiterhin als Erzieherin zu arbeiten, weswegen ich auch die Erzieherausbildung anstrebe. Ich kann das FSJ jedem empfehlen, der in den sozialen Bereich hineinschnuppern möchte. Jeder, der Interesse an einer Ausbildung als Erzieher hat, sich aber noch nicht sicher ist, ob das auch der richtige Job ist, hat ihr eine Super Möglichkeit in den Alltag eines Erziehers zu schauen. Mit der Zeit bekommt man mehr Verantwortung zugesprochen und man wächst mit dieser Verantwortung und den dazugehörigen Aufgaben. Ich selber war vorher zum Beispiel sehr schüchtern, was den Umgang mit Fremden Menschen angeht, aber durch das FSJ habe ich gelernt, offener zu sein. Auch hätte ich mir nie vorstellen können, mal alleine auf eine Klasse aufzupassen, oder aber Kinder auch mal zu Recht zu weisen. Ich habe neue Seiten an mir kennen gelernt, und selbst wenn ich später mal nicht Erzieherin werden sollte, so weiß ich doch, dass das FSJ mir persönlich viel weitergeholfen hat was den Umgang mit Menschen und Kindern angeht.

Katharina K.

Mein Name ist Katharina und seit September 2013 mache ich mein FSJ in der Tagesgruppe im Wedding. Die Tagesgruppe verfolgt das Ziel Kinder im Grundschulalter, die nicht regelbeschulbar sind, mit Verhaltensschwierigkeiten und einen erhöhten schulischen Förderbdearf in eine Regelschule zu reintegrieren . Die „Tagesgruppe in Schule“ ist ein Kooperationsprojekt zwischen der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft, dem Jugendamt des Bezirks Berlin Mitte und der Technischen Jugendfreizeit- und Bildungsgesellschaft (tjfbg) gGmbH. Die Ursachen für die Probleme der Kinder können eine stark belastete Familiensituation oder auch Entwicklungsstörungen wie ADHS sein.

Ich bin teilweise morgens im Unterricht und ab dem Mittagessen bis  16 Uhr am Kind.  Meine Aufgabe ist es ein Spielkamerad für die Kinder zu sein und mit ihnen Zeit zu verbringen. Des Weiteren habe ich für mich persönlich den Anspruch gestellt, als eine Autoritätsperson wie alle anderen Betreuer respektiert zu werden. In der Zeit merke ich besonders, wie ich mir immer mehr im Umgang mit den Kindern zu traue. Das heißt ich versuche Konflikte zu erkennen und sie zu lösen. Ich lerne eine Menge Verantwortung zu übernehmen und durch die zunehmenden Erfolge werde ich immer wieder motiviert. Die Arbeit macht mir sehr Spaß und ich lerne auch für mich persönlich viel dazu. Ich habe gemerkt wie wichtig es ist gut zu kommunizieren um Streit zu klären oder zu vermeiden. Der Tagesablauf in der Tagesgruppe ist sehr abwechslungsreich, die Struktur des Tages ist zwar immer dieselbe, aber den Nachmittag gestalten wir immer sehr individuell. Besonders gefällt mir, dass man durch die Überschaubarkeit der Gruppe (maximal 10 Kinder ) jedes einzelne Kind genau kennenlernen kann.
Die Zeit in der Tagesgruppe hat mir eine Menge Erfahrungen und eine tolle Zeit gebracht. Ich hatte ein super Arbeitsteam, das mich bis zum Ende super unterstützt hat und ein prima Arbeitsklima. Die Zeit in der Tagesgruppe, die Kinder und die Kollegen werden mir immer in sehr guter Erinnerung bleiben.