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Musiker für einen Tag

Mit dem inklusiven Projekt "Rockmobil" zum eigenen Song

Diese Mittagspause haben sich alle redlich verdient. Seit dem frühen Morgen schon macht die bunte Truppe, bestehend aus Jugendlichen im Freiwilligen Sozialen Jahr der Technischen Jugendfreizeit- und Bildungsgesellschaft (tjfbg) gGmbH und Bewohnern des Hauses St. Lambertus, einer Einrichtung der St. Augustinus-Behindertenhilfe, gemeinsam Musik. Der Hintergrund: Am 8. und 9. Mai hatten Menschen mit und ohne Behinderung bereits zum zweiten Mal die Gelegenheit, im „Rockmobil“ eigene Songs zu komponieren und einzuspielen. Vor dem Wohnhaus, in einem 18 Meter langen, mit Sound-Equipment ausgestatteten Gelenkbus wurde zunächst einmal ausprobiert, dann musiziert und improvisiert. Im Bus findet sogar auch eine kleine Kabine Platz, in der am zweiten Projekttag dann die fertig eingeübten Stücke direkt auf CD aufgenommen werden konnten. 

Der Spaß an Musik – ganz gleich ob Rock, Pop oder Schlager – und der intuitive Umgang damit standen auch dieses Mal im Vordergrund. „Da spielt es keine große Rolle, ob jemand mit oder ohne Behinderung sich zum Beispiel am Schlagzeug ausprobiert – entweder man hat Rhythmusgefühl, oder eben nicht“, erklärt Thomas Schmittberger vom Träger und Initiator tjfbg, der das Rockmobil in Bergheim nun schon im zweiten Jahr begleitet. Auch Burghard Hennig, Hausleiter von St. Lambertus ist begeistert: „Nicht nur für unsere Bewohnerinnen und Bewohner ist die Veranstaltung ein ganz wunderbares Angebot, musikalisch aktiv zu sein und mit anderen in Kontakt zu kommen. Auch die Absolventen des „Freiwillig Sozialen Jahres“, die im Rahmen ihrer Fortbildung an dem Projekt teilnehmen, sind um eine ganze Menge Erfahrungen reicher.“ 

Nach den ersten Versuchen an Gitarre, Keyboard und Co am Morgen haben sich mittlerweile schon die ersten kleinen Gruppen gefunden: Sven und Sebastian, zwei Bewohner von Haus St. Lambertus, singen ins Mikro während Lisa hinter ihnen das Schlagzeug spielt. „Im Alltag sind die beiden eher ruhig, sprechen nicht so viel, doch heute kommen sie so richtig aus sich heraus und sind mit vollem Einsatz dabei. Das ist wirklich schön“, erzählt Lisa, die über die tjfbg ihr Freiwilliges Soziales Jahr im Haus St. Lambertus absolviert. Wie schon im vergangenen Jahr galten auch dieses Mal klare Regeln für das Gelingen: Die Stand-up-Musiker benötigten keinerlei musikalische Vorkenntnisse und ebenso wenige Vorgaben von „richtiger“ oder „falscher“ Musik.

Anja Köhler 
Marketingvolontärin 

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